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Genossenschaftsmetzgerei Montafon

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Neuer Meilenstein für die regionale Kreislaufwirtschaft: Unterstützung für Genossenschaftsmetzgerei Montafon beschlossen


Nach intensiver Planung und Vorbereitungsarbeiten gibt es nun einen entscheidenden Durchbruch: Die Vorarlberger Landesregierung hat in

ihrer Sitzung am Dienstag die Unterstützung für das zukunftsweisende Projekt „Genossenschaftsmetzgerei Montafon e.Gen." (in Gründung) beschlossen. Damit ist

eine zentrale Voraussetzung geschaffen, um die regionale und nachhaltige Fleischverarbeitung künftig wieder im Montafon zu ermöglichen.


Regionalität als Schlüssel zur Zukunft 

Die geplante Genossenschaftsmetzgerei in St. Gallenkirch schafft eine dringend benötigte Infrastruktur für die heimische Landwirtschaft. Ausgangspunkt war der

Wegfall der bisherigen Schlachtmöglichkeit im Montafon Ende 2024. Seither mussten Tiere zur Schlachtung großteils aus dem Tal transportiert werden – eine Belastung für

Tier, Umwelt und Wirtschaft. Künftig soll die gesamte Wertschöpfungskette wieder im Montafon bleiben. Kurze Transportwege reduzieren Emissionen, stärken das Tierwohl

und leisten einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung.


Statement Bürgermeisterin Lisi Kuster, St. Gallenkirch:

„Kurze Wege, hohe Qualität und die Stärkung der regionalen Wertschöpfung – genau das brauchen wir für eine nachhaltige Entwicklung unseres ländlichen Raums. Wir wollen

unseren Tieren unnötigen Stress ersparen und gleichzeitig aktiv zum Klimaschutz beitragen. Die Genossenschaftsmetzgerei ist mehr als nur eine wirtschaftliche

Infrastruktur – sie ist Ausdruck unserer Verantwortung gegenüber Tier, Umwelt und nachfolgenden Generationen. Dass am vergangenen Wochenende der

Braunviehzuchtverein St. Gallenkirch sein 100-jähriges Jubiläum feiern konnte, zeigt die Stärke und Beständigkeit unserer Landwirtschaft. Diese generationenübergreifende

Tradition wollen wir mit der Genossenschaftsmetzgerei in die Zukunft tragen."


Statement Landesrat Christian Gantner:

„Wenn wir als Konsumentinnen und Konsumenten hohe Qualität und Regionalität bei den Produkten, Wertschöpfung für die Bäuerinnen und Bauern und gleichzeitig höchste

Standards beim Tierwohl einfordern, dann braucht es auch die entsprechenden Strukturen vor Ort. Genau hier setzt die künftige Genossenschaftsmetzgerei Montafon

an. Sie zeigt was möglich ist, wenn eine Region gemeinsam Verantwortung übernimmt und mit großem Engagement an einer zukunftsfähigen Lösung arbeitet. Die breite

Beteiligung und der starke Eigenwille vor Ort sind ein klares Signal. Ich gratuliere allen Beteiligten herzlich zu diesem wichtigen Startschuss.“


Moderne Infrastruktur für regionale Wertschöpfung 

Geplant ist ein eingeschossiger Neubau auf einem gemeindeeigenen Grundstück in St. Gallenkirch mit Schlacht- und Zerlegeräumen für Rind, Schwein, Schaf und Ziege, einer

Wursterei sowie Kühl- und Nebenräumen. Ergänzend entsteht ein eigener Bereich für Wild (Kühlraum und Vorraum), der den angrenzenden Jagdrevieren zur Verfügung gestellt

und von der Jagdvereinigung finanziert wird. Die Anlage wird den aktuellen Hygienestandards entsprechen und erstmals auch die Herstellung von Wurstwaren vor

Ort ermöglichen. Die operative Umsetzung erfolgt durch einen Metzgermeister.


Mit über 1.000 geplanten Schlachtungen pro Jahr im vierten Betriebsjahr entsteht eine leistungsfähige, regionale Infrastruktur, die sowohl die Arbeitsbedingungen der Betriebe

verbessert als auch neue Möglichkeiten in der Produktveredelung eröffnet.


Investition und Zeitplan

Die Gesamtinvestition beträgt rund 1,7 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt durch Eigenmittel der Genossenschaft und regionaler Partner (ca. 62%) sowie durch

Förderungen von Land (ca. 24%), Bund (ca. 6%) und EU (ca. 8%). Die Umsetzung des Projekts ist bis März 2027 vorgesehen.


Breite regionale Unterstützung

Das Genossenschaftsmodell findet breite Unterstützung in der Region: Der Stand Montafon engagiert sich maßgeblich, ebenso die Gemeinden St. Gallenkirch, Gaschurn

und Schruns sowie die Silvretta Montafon und die Gargellner Bergbahnen. Zahlreiche Landwirtinnen und Landwirte, Hoteliers, Bergbahnen und Interessierte aus dem

gesamten Tal haben sich bereits als Mitglieder beteiligt oder ihr Interesse bekundet. Jeder kann noch Genossenschafterin oder Genossenschafter werden und damit aktiv

zur Zukunft der regionalen Fleischverarbeitung beitragen.


Nächste Schritte

Die Gründung der Genossenschaft und der Eintrag ins Firmenbuch werden nun zeitnah abgeschlossen, sodass die endgültige Förderzusage ausgestellt werden kann.


Nähere Informationen bei:

Bürgermeisterin Lisi Kuster, St. Gallenkirch | Tel. +43 5557 6205 - 16

06.05.2026